Es ist mal wieder passiert. Traue keinem Essen.
In El Remate, einem kleinen entspannten Örtchen an einem See zwischen Flores und Tikal, hatte ich schon ein ungutes Gefühl im Magen – schob es aber fahrlässig auf die anstrengenden Busfahrten und auf die letzten actionreichen Tage. Hier haben wir uns mit Dani & Ani in eine mitten im Dschungel liegende Cabaña eingemietet. Was nach einem Traum klingt, wurde schnell zum Alptraum. Nachdem ich schon beim Dinner nur zwei lächerliche Häppchen essen konnte, hatte die Nacht nichts Verheißungsvolles für mich übrig…
Nachdem ich mich halbwegs beruhigt hatte, startete die Show auch bei Konstantin. Ich weiß nicht, ob es empathische Phantomsymptome waren – aber es schien, als hätte ihn die Lebensmittelvergiftung noch härter getroffen. Eigentlich wollten wir den nächsten Tag zum Sonnenaufgang zur Mayastätte Tikal – doch daraus wurde nichts. Wir haben echt gelitten – Schlimm und würdelos!
Mittags – immer noch wacklig auf den Beinen und völlig benommen von der Nacht – haben wir uns tief in die Augen geschaut: Wir sind den weiten Weg extra in den Norden gefahren, um Tikal zu sehen und jetzt soll alles umsonst gewesen sein? Nein! Ein Dorfbewohner hat uns freundlicherweise ins ca. 1h entfernte Tikal gefahren, da keine Collectivos mehr unterwegs waren. Und da waren wir nun: Völlig erschöpft, definitiv nicht fähig das ganze Gelände abzuarbeiten – aber in einer glanzvoll surrealen Atmosphäre. Wir schleppten uns an ein paar alten Steinen vorbei Richtung Gran Plaza – das Zentrum Tikals. Hier verweilten wir 3h – schliefen, staunten, jubelten merkwürdigen truthahnähnlichen Gefieder mit bunten Pusteln, Affen und Nasenbären zu. Ich habe ein neues Lieblingstier! Wie geil sind bitte Nasenbären?!
Die Atmosphäre in Tikal ist wohl einzigartig – konnte aus unserer Sicht leider nur unzureichend genossen werden. Was Tikal aber von den berühmten Mayastätten in Mexico unterscheidet, sind vor allem das Setting und viel weniger Touristen – zumindest am späten Nachmittag als wir da waren. In mitten von Dschungel ragen die alten Pyramiden der Mayas, die sich hier circa 700 vor Christi niedergelassen haben, gen Sonne. Der Gran Plaza ist von der Vegetation weitestgehend befreit worden, doch wenn man von Tempel zu Tempel geht, steht man mitten im Dschungel: Lianen ranken sich um uralte Bäume, Frösche hüpfen von Blatt zu Blatt und Brüllaffen, die sich anhören als würde ein Jaguar einen direkt ins Ohr hauchen, holen alles aus ihren Lungen.
Aufgrund meines desolaten Zustands war die Motivation Fotos zu machen nicht allzu groß. Hier trotzdem ein paar wenige Impressionen. Vor allem von Mr. Nose!
PS: Die Wifi-Situation in den letzten Tagen ist sehr eingeschränkt, daher sind die Beiträge stets zeitlich versetzt zu betrachten.














